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02.12.2011, 11:17 Uhr
Treffen des EAK mit Kirchenpräsident Liebig
Die regelmäßigen Gespräche zwischen dem Evangelischen Arbeitskreis der CDU Sachsen-Anhalt unter seinem Vorsitz Jürgen Scharf, MdL und der Evangelischen Landeskirche Anhalts, vertreten durch Kirchenpräsident Liebig, fanden am 1. Dezember ihre Fortsetzung im Bildungszentrum Schloss Wendgräben.
Themen der Aussprache waren:
  • Stand der Vorbereitungen des Reformationsjubiläums 2017
  • Stand der Vorbereitungen 800 Jahre Anhalt
  • Rückschau auf den Besuches des Papstes in Deutschland und Austausch über ökumenische Zusammenarbeit in Sachsen-Anhalt
  • Die Arbeit von freien Schulen, insbesondere von Schulen in kirchlicher Trägerschaft
  • Religionsunterricht an den Schulen
Reformationsjubiläum 2017 und Lutherdekade sind kirchliche und weltliche Herausforderrungen zugleich. Wir können davon ausgehen, dass es bis 2017 gelingen wird, die Baumaßnahmen zum Reformationsjubiläum pünktlich abzuschließen. In Wittenberg wird insbesondere die Sanierung des Schlossensembles städtebaulich und funktional große Fortschritte bringen. Auch werden im Rahmenprogramm Höhepunkte geboten. So wird im Zusammenhang des Themenjahres „Reformation und Musik“ in "366+1, Kirche klingt 2012" bundesweit an jedem Tag im Jahr an einem Ort in Deutschland der künstlerische Schatz der Reformation zum Klingen gebracht werden. Es folgen große Sonder- und Landesausstellungen, wie das Cranach-Jubiläum 2015. So wichtig touristische Angebote sind, den eigentlichen Schatz der Reformation zur Geltung zu bringen, den Menschen zu sagen, dass ihnen nur durch Jesus Christus Erlösung und Heil angeboten wird, müssen die Christen und Kirchen selber einbringen.
Die Region Anhalt bereitet sich darauf vor, ihr 800jähriges Jubiläum im Rahmen eines Festjahres gebührend zu begehen. Sie wird dabei inhaltlich, organisatorisch und finanziell vom Land nach Kräften unterstützt. Die Identifikation mit Anhalt und seiner Geschichte muss jedoch mit eigener Kraft aus der Region heraus geschaffen werden. Hierbei will und wird die Evangelische Landeskirche Anhalts ihren Beitrag leisten. So wird am 9./10.6.2012 ein Kirchentag in Ballenstedt stattfinden. In der Ausstellung an verschiedenen Orten Anhalts "Von der Wiege bis zur Bahre" - Gelebter Glaube in Anhalt wird gezeigt, wie in zahlreichen Bräuchen und Festen die christliche Religion unseren Alltag prägt.
Kirchenpräsident Liebig sieht im Papstbesuch die große Chance, den christlichen Glauben in Deutschland öffentlich präsent zu halten. Die Rede des Papstes im Bundestag war ein wichtiges Ereignis. Der Boykott einiger Bundestagsabgeordneter war völlig unverständlich. Diese müssen sich fragen lassen, welchen Stellenwert sie zukünftig der Religion in der Öffentlichkeit zubilligen wollen. Die ökumenische Zusammenarbeit der Kirchen vor Ort funktioniert gut.
Schulen in freier Trägerschaft, insbesondere in kirchlicher oder von Christen getragener Trägerschaft, haben sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Auch hat sich das Land verlässliche finanzielle Grundlagen zur Verfügung gestellt. Angesichts der demografischen Entwicklung und damit drohender Schulschließungen sagte Liebig, dass die Anhaltische Kirche Neugründungen von Schulen nur durchführen wird, wenn es vorher Gespräche über die Auswirkungen auf die staatliche Schulnetzplanung gegeben hat. Zum Profil: "Wo evangelisch drauf steht, muss auch evangelisch drin sein."
Der Werte bildende Unterricht, speziell der Religionsunterricht hat sich im Lande gut entwickelt. Sorgen bereiten die Berufsschulen und auch der Altersaufbau der zur Verfügung stehenden Religionslehrer.
Der EAK und die Evangelischen Landeskirche Anhalts vereinbarten, die Gespräche fortzusetzen.