Presse
02.12.2016, 11:00 Uhr
Erforschung der Geschichte der CDU während der Jahre 1945 bis 1990 auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalts
Der EAK-Landesvorstand Sachsen-Anhalt stellte nachfolgenden Antrag zur Beschlussfassung an den CDU-Landesparteitag am 19. November 2016

 
Antrag
„Erforschung der Geschichte der CDU während der Jahre 1945 bis 1990 auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalts“

Der CDU-Landesparteitag möge beschließen:
Der CDU-Landesvorstand wird beauftragt, eine Kommission zu berufen, die die Geschichte der CDU während der Jahre 1945 bis 1990 in dem früheren Land Sachsen-Anhalt und in den Bezir-ken Halle und Magdeburg erforscht.

Begründung:
Eine Volkspartei wie die CDU muss sich immer wieder ihrer Geschichte vergewissern. Inzwi-schen sind viele Quellen erschlossen worden, die bisher für die Forschungen nicht zur Verfügung standen. Auf der anderen Seite muss darauf geachtet werden, dass das vorhandene Wissen von Zeitzeugen nicht verlorengeht.

Nach Auskunft aus dem Archiv für Christlich-Demokratische Politik der Konrad-Adenauer-Stiftung ist die Geschichte der Ost-CDU noch ein weitgehend unbearbeitetes Feld. Zur Frühpha-se bis 1952 gibt es die Arbeiten von Ralf Baus: Die CDU in der sowjetisch besetzten Zone, Düs-seldorf 2001 und Michael Richter: Die Ost-CDU 1948-1952. Zwischen Widerstand und Gleich-schaltung, Düsseldorf 1991. Diese Arbeiten gehen aber auf die gesamte CDU in der DDR ein und nicht speziell auf Sachsen-Anhalt. Für die Jahre von 1952-1989 gibt es keine endgültige Stu-die. Auch nicht zu Sachsen-Anhalt. Dazu liegt nur die Broschüre des Landesverbandes von 1993 vor: Bernhard Ritter: Aus der CDU-Geschichte von Sachsen-Anhalt und eine Arbeit zur Land-tagsfraktion: Christina Trittel: Die Landtagsfraktionen in Sachsen-Anhalt von 1946 bis 1950. Analyse des landespolitischen Handelns und der Handlungsspielräume kollektiver Akteure in der werdenden DDR, Wiesbaden 2006. Als regionale Studie sei auf Markus Kurze: 65 Jahre Christ-demokraten in Burg und im Jerichower Land/ Sachsen-Anhalt, Burg 2010, verwiesen.

Leitfaden der aufzustellenden Kommission muss eine unabhängige wissenschaftliche Arbeit sein. Die Kommission soll bis zum 30. Jubiläum der CDU Sachsen-Anhalt 2020 einen Abschlussbericht vorlegen, der veröffentlicht wird. Dieser Bericht soll eine wissenschaftlich fundierte Einordnung der Geschichte der CDU in dem früheren Land Sachsen-Anhalt bzw. in den Bezirken Halle und Magdeburg liefern. Die Kommission soll neben der klassischen Archivarbeit auch wissenschaftli-che Fachtagungen und öffentliche Veranstaltungen durchführen. Eine Zusammenarbeit mit auf diesem Forschungsgebiet relevanten Einrichtungen ist selbstverständlich. Es soll geprüft werden, ob entsprechende Forschungen über Projektarbeiten und Forschungsstipendien mit Hilfe von Ko-operationspartnern unterstütz werden können.

Jürgen Scharf
Vorsitzender

Der Antrag wurde ohne Aussprache an den CDU-Landesvorstand überwiesen. Dieser hat am 29.11.2016 beschlossen:
„Mit dem Archiv für Christlich-Demokratische Politik der Konrad-Adenauer-Stiftung wird Kontakt aufgenommen, um das Format der Forschungstätigkeit, mögliche Unterstützungen und die möglichen Veranstaltungsformen zu klären. Mit Blick auf die Vorlage eines Abschlussberichtes zum 30. Jubiläum der CDU Sachsen-Anhalt im Jahr 20120, sollte hierbei auch die gesamte Geschichte der CDU Deutschlands Berücksichtigung finden.“