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17.10.2015, 16:21 Uhr
EAK im Gespräch mit dem Kollegium der Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig
Am Donnerstag, dem 8. Oktober 2015 trafen sich Vertreter des Landesvorstandes des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU Sachsen-Anhalt und des Kollegiums der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig zu ihrem zweiten Gespräch in Calvörde.
v.l.n.r. Pfarrer J. Dittrich, OLK T. Hofer, Pfarrer i.R. B. Ritter, Prof. Dr. W. Merbach, K.-M. Kuntze, Dr. U. Heuck, Landesbischof Dr. Ch. Meyns, P. F. Dietrich, J. Scharf MdL, OKR A. Steinhäuser, StS A. Keding, Pfarrer A. Weiß, OLK Dr. J. Mayer

Am Donnerstag, dem 8. Oktober 2015 trafen sich Vertreter des Landesvorstandes des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU Sachsen-Anhalt und des Kollegiums der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig zu ihrem zweiten Gespräch in Calvörde. Der Evangelisch-lutherische Pfarrverband Calvörde-Uthmöden liegt sowohl im Bördekreis als auch in der Altmark und bildet eine Exklave der Braunschweiger Landeskirche im Gebiet der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). 

Nach einer Andacht berichtete der seit gut einem Jahr im Amt befindliche Landesbischof Dr. Christoph Meyns aus der Braunschweiger Landeskirche. Auch die Braunschweiger Kirche muss sich dem demografischen Wandel stellen. Auf allen Ebenen ist eine verstärkte Kooperation, ja sind auch Fusionen nötig.  Die Personalplanung bis 2030 geht von zurückgehenden Gemeindegliederzahlen aus. Die Präsenz in der Fläche soll aber erhalten und die Personalausstattung in den Gemeinden, die sich territorial in Sachsen-Anhalt befinden, soll auch aus missionarischen Gründen weiterhin überproportional hoch bleiben. Vorausschauend wird schon jetzt ein Pfarrereinstellungsprogramm erarbeitet. (Übrigens hat der Pfarrverband Calvörde-Uthmöden eine für weite Teile Sachsen-Anhalts hohe Kirchenmitgliedschaft von rund 36 Prozent.) 

Das Reformationsjubiläum 2017 wird sowohl in Sachsen-Anhalt als auch in Braunschweig eine große Rolle spielen. Neben den zentralen Veranstaltungen gewinnen die Planungen für die „Kirchentage auf dem Wege“ eine immer größere Bedeutung. Sie sollen die Menschen in allen Regionen mitnehmen. Die staatliche Seite erwartet zu Recht von den Kirchen die Erfüllung ihres Parts, der Staat darf aber seine Rolle nicht hauptsächlich nur unter baulichen und touristischen Aspekten begreifen. Sehr gute Erfahrungen wurden bisher mit den Landesausstellungen zu Aspekten der Reformation gewonnen. (zurzeit z.B. die Cranach-Ausstellungen) Die Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche im Hinblick auf das Reformationsjubiläum hat sich deutlich verbessert. Sorgen bereitet der Umstand, dass bisher nicht alle Projekte ausfinanziert sind, und nicht alle geplanten baulichen Vorhaben pünktlich abgeschlossen werden können. 

Fragen zu Asyl und Zuwanderung werden eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Wie sollen die Kirchen, wie sollen die Gemeindeglieder mit all den damit zusammenhängenden Problemen umgehen? Wir müssen uns einer Aufgabe stellen, die wahrscheinlich Deutschland sehr verändern wird. Wir müssen uns, angesichts einer stärkeren Präsens uns zum Teil fremder Kulturen, unserer eigenen christlichen und politischen Kultur stärker bewusst werden und mit aller Kraft versuchen, die Menschen, die auf Dauer bei uns bleiben sollen, möglichst gut in unsere Gesellschaft zu integrieren. Auch Sachsen-Anhalt wird sich der Frage stellen müssen, wie die rechtlichen und organisatorischen Bedingungen eines islamischen Religionsunterricht geschaffen, umgesetzt und kontrolliert werden sollen und können. Unsere Braunschweiger Gesprächspartner konnten uns erste Erfahrungen vermitteln, es stellte sich aber schnell heraus, dass auch sie noch Suchende auf diesem Wege sind. 

Die Gesprächspartner vereinbarten die Fortsetzung des Dialogs.  

Jürgen Scharf